11 Mai 2021

Podestplatz am Weltcup und an der Flandern-Rundfahrt!

Liebe Leserinnen und Leser

Nach über eineinhalb Jahren war es endlich wieder soweit. Mein «neues» Handbike und ich standen endlich wieder einmal an der Startlinie eines internationalen Rennens. Dieser spezielle Wettkampf wurde noch spezieller, da es in Flandern ausgetragen wurde. Wie rennradverrückt die Belgier sind, ist ja bekannt…

Sonntag – Flandern-Rundfahrt

Das Rennen fand auf Teilstücken der originalen Flandernrundfahrt statt, und es waren 61 harte Kilometer zu absolvieren. Die ersten 30 Kilometer waren «eher flach». Wobei «wellig» es besser trifft, und der belgische Wind auch die erste Hälfte des Rennens nicht einfacher gestalten liess. Der erste von vier Helling mit dem klingenden Namen Tiegemberg stand zur Rennmitte auf dem Programm. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit einer kleinen Männergruppe – und zu meinem grossen Erstaunen mit dem Regenbogen-Trikot meiner Kategorie – unterwegs. Genau, du hast richtig gelesen, mitten an der Spitze des Frauenfeldes!   

Ab hier «begann» nun das Rennen. Drei Helling standen noch vor uns bis zum Ziel. Der Mont de L’Enclus war der zweite, gefolgt vom Kluisbergen. Das Ziel und den letzten Helling in Ronse vor Augen, flog ich Richtung Finish Line. Als Zweite durfte ich nur 8 Sekunden hinter unserer Weltmeisterin Jennette Jansen die Ziellinie in Ronse überqueren. Auf die Drittplatzierte hatten wir in der Endabrechnung einen Vorsprung von über 9 Minuten. Dies war in meiner Handbike-Karriere nicht nur das längest sondern auch das härteste Rennen ever!

Donnerstag – Time Trial

Am Donnerstag Morgen fühlte ich mich gut erholt von der Flandern-Rundfahrt und war optimistisch für das anstehende erste Weltcup-Rennen gegen die Uhr nach über eineinhalb Jahren. 

Als Zweitletzte stand ich auf der Startrampe und durfte das Frauenfeld von hinten aufrollen. Auf dem zweimal zu bewältigenden Rundkurs à 10 Kilometer verlor ich in der Endabrechnung gut zwei Minuten auf die Siegerin, die amtierende Weltmeisterin aus Holland, und belegte den guten 4. Rang. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, absolvierte ich fast den selben Rundkurs doch rund 4 Minuten schneller als vor zwei Jahren, als in Ostende der letzte Weltcup über die Bühne ging. Dieses Jahr allerdings auf einer zwei Kilometer längeren Strecke als damals.

Samstag – Road Race

Nachdem am Freitag die Sonne schien und das beste Wetter auf dem Programm stand, war am Samstag genau das Gegenteil der Fall. Das Thermometer zeigte fünf, sechs Grad und es kam noch Regen mit Wind und Windböen hinzu. Da war intensives Einfahren und warme Kleidung sehr wichtig. Aufgrund der engen, nassen Strasse auf dem ersten Teil der Strecke sowie der Tatsache, dass alle Frauenkategorien zur selben Zeit starteten, wurde das Strassenrennen zu Beginn neutralisiert. Nach der Freigabe entwickelten sich schnell kleiner werdende Grüppchen. Und so fuhr ich mit meiner Teamkollegin um die Podestplätze.

Aufgrund einer starken Windböe und eines Zwischenfalls mit einer tschechischen Athletin kurz nach Rennmitte, war ich gezwungen, den letzten Teil alleine in Angriff zu nehmen.  Am Ende reicht es mir als Drittplatzierte in meiner Kategorie aufs Podest! Endlich durfte ich wieder mal aufs Treppchen eines Weltcuprennens steigen! Es war ein unglaublich schönes Gefühl und eine Riesenfreude. Und besonders emotional wurde es, als die Schweizer Flagge hochgezogen wurde…

Eure Sandra